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Obrázek Leitfaden zur Kalibrierung

Ein korrekt bestimmter Wassergehalt des Honigs gehört zu den wichtigsten Schritten sowohl beim Schleudern als auch beim Abfüllen. Er beeinflusst Geschmack und Lagerfähigkeit – vor allem aber entscheidet er darüber, ob der Honig bei der Lagerung zu gären beginnt. Unten finden Sie eine leicht verständliche Anleitung zur Kalibrierung des Refraktometers mit einer Kalibrierflüssigkeit sowie praktische Zusammenhänge zwischen Brechungsindex, Wasseranteil und der Stabilität des Honigs. Damit das Refraktometer verlässliche Werte liefert ...

1. Warum das Refraktometer kalibrieren

Damit das Refraktometer zuverlässige Werte anzeigt, sollte es gelegentlich nachkalibriert werden – auch wenn viele Refraktometer bereits ab Werk eingestellt sind. Bei preiswerteren Geräten wird häufig destilliertes Wasser verwendet (Einstellung auf 0 %), das ist für Honigmessungen jedoch weniger präzise. Bessere Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie zum Beispiel mit einer Kalibrierflüssigkeit kalibrieren, deren Brechungsindex dem von Honig nahekommt. In dieser Anleitung gehen wir von RI 1,488 aus.

2. Kalibrierung des Refraktometers mit RI-1,488-Flüssigkeit: Vorgehensweise

Das Verfahren ist für gängige optische Honig-Refraktometer gedacht:

  1. Gerät vorbereiten: Reinigen und trocknen Sie das Prisma sorgfältig (Honigreste oder Wasser verfälschen das Ergebnis). Lassen Sie Refraktometer und Kalibrierflüssigkeit temperaturmäßig angleichen, idealerweise auf 20 °C.

  2. Standard auftragen: Geben Sie einen Tropfen Kalibrierflüssigkeit RI 1,488 auf das Prisma und klappen Sie die Abdeckplatte zu.

  3. Ablesen im Okular: Richten Sie das Refraktometer gegen eine Lichtquelle und beobachten Sie die scharfe Trennlinie zwischen dem hellen und dem dunklen Bereich der Skala.

  4. Kalibrierung fein einstellen:

    • Wenn die Trennlinie nicht 19,4 % Wasser (bzw. 80,6 °Bx) anzeigt, verwenden Sie die Kalibrierschraube.

    • Drehen Sie vorsichtig, bis die Trennlinie exakt auf 19,4 % steht.

  5. Abschluss: Wischen Sie den Standard ab, reinigen Sie das Prisma erneut – anschließend können Sie Honigproben aus einzelnen Völkern oder Chargen messen.

3. Chataway-Tabelle: Zusammenhang zwischen RI und Wassergehalt

Der Brechungsindex von Honig liegt bei 20 °C üblicherweise ungefähr im Bereich von 1,474 bis 1,504. Es gilt eine einfache Faustregel: je höher der Brechungsindex, desto geringer der Wassergehalt des Honigs (und desto besser ist er für eine langfristige Lagerung geeignet).

Wassergehalt (%) Brechungsindex (RI) bei 20 °C Hinweis
14,0 % 1,5018 Sehr zähflüssiger Honig, ausgezeichnete Stabilität
17,4 % 1,4930 Lagerung unkritisch, geringes Gärungsrisiko
18,0 % 1,4915 Praktischer Zielwert für hochwertigen Honig
19,2 % 1,4885 Üblicher Wert, achten Sie auf Hygiene und Lagerbedingungen
19,4 % 1,4880 Unser Referenzwert für die Kalibrierung
20,0 % 1,4865 Obergrenze nach gängigen Anforderungen, erhöhtes Gärungsrisiko

https://www.vceliobchod.cz/images/1/kalibrace-refraktometru-2.jpg

4. Qualität, Normen und Gärungsrisiko

Der Wassergehalt beeinflusst die Stabilität des Honigs unmittelbar. Der Wert 19,4 % eignet sich als Kalibrierreferenz, in der Praxis ist es jedoch sinnvoll, niedriger anzustreben (insbesondere bei Honig, der länger gelagert werden soll):

  • Anforderungen an den Wassergehalt: Bei gängigem Honig liegt die obere Grenze meist bei etwa 20 %. Je näher Sie an diesen Wert herankommen, desto wichtiger werden saubere Arbeitsweise und passende Lagerbedingungen.

  • Gärung: Mit zunehmender Feuchte steigt das Gärungsrisiko (Einfluss haben auch Hefen im Honig und die Lagertemperatur). Honig über 18 % ist generell empfindlicher als trockener Honig. Für stabilen Honig wird häufig empfohlen, die Werte so zu halten, dass der RI idealerweise über 1,492 liegt.

5. Messtemperatur und ATC (automatische Temperaturkompensation)

Die Referenztemperatur zum Vergleichen von Messwerten ist 20 °C. Die Temperatur hat einen deutlichen Einfluss auf den Brechungsindex – daher ist es wichtig, Probe und Gerät unter ähnlichen Bedingungen zu messen.

Refraktometer mit ATC

ATC gleicht in der Regel übliche Schwankungen aus (oft im Bereich von 10–30 °C) und rechnet das Ergebnis auf 20 °C um.

Achtung: ATC kompensiert meist die Gerätetemperatur, nicht die Temperatur eines „warmen“ oder „kalten“ Honigtropfens. Wenn Sie warmen Honig auf ein kaltes Prisma geben, kann der Messwert verfälscht sein. Lassen Sie Probe und Refraktometer temperaturmäßig angleichen.

Refraktometer ohne ATC (oder Messung außerhalb des Bereichs)

In diesem Fall ist eine manuelle Korrektur erforderlich:

  • Temperatur über 20 °C: Zum gemessenen RI 0,00023 addieren je +1 °C.

  • Temperatur unter 20 °C: Vom gemessenen RI 0,00023 abziehen je −1 °C.

6. Wie man kristallisierten Honig misst

Kristallisierter Honig lässt sich mit dem Refraktometer nicht zuverlässig direkt ablesen, da die Kristalle das Licht unregelmäßig brechen. Verflüssigen Sie ihn daher vor der Messung schonend im Wasserbad (ca. 50 °C), rühren Sie ihn zu einer homogenen Konsistenz und lassen Sie die Probe anschließend auf etwa 20 °C abkühlen. Erst dann einen Tropfen auf das Prisma geben und ablesen.

Diese Anleitung dient Imkerinnen und Imkern als praktische Hilfe zur Kontrolle des Wassergehalts im Honig und zur richtigen Einstellung des Refraktometers, damit die fertige Charge qualitativ hochwertig und gut lagerfähig ist.

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