Nicht jedes Bienenvolk ist stark genug, um erfolgreich zu überwintern. Häufig zeigt sich besonders im Herbst, ob wir unsere Bienenvölker sorgfältig genug auf die kalte Jahreszeit vorbereitet haben. Die empfindlichste Zeitspanne liegt zwischen September und Januar. Gerade in diesem Zeitraum gehen geschwächte oder durch äußere Einflüsse beeinträchtigte Bienenvölker häufig zugrunde. Herbstbehandlungen gegen die Varroamilbe (Varroa destructor) beeinflussen das Überleben der Bienen in der aktuellen Saison meist nicht mehr wesentlich. Allerdings sind rechtzeitige und korrekte Maßnahmen gegen die Varroamilbe entscheidend für die Gesundheit der Bienenvölker in der nächsten Saison.
Wichtige Behandlungszeit im Sommer und Schutz der überwinternden Bienen
Eine entscheidende Rolle für die gesunde Überwinterung spielt vor allem die Varroabehandlung im Sommer (Juli bis September), welche die wichtige Wintergeneration der langlebigen Bienen schützt. Diese sogenannte Winterbiene, die ab August schlüpft, ist ausschlaggebend für eine erfolgreiche Überwinterung und den kräftigen Frühjahrsaufbau.
Methoden der Varroa-Bekämpfung:
Konventionelle synthetische Akarizide (z.B. Gabonstreifen)
Organische Säuren (Ameisensäure, Oxalsäure etc.)
Biologische und kombinierte Maßnahmen (Brutunterbrechung, Thymol-Präparate)
Jede Methode besitzt Vor- und Nachteile. Es ist daher notwendig, nach der Behandlung regelmäßig die Effektivität der Maßnahme zu überprüfen, z.B. durch die einfache "Auswaschmethode" (Bee Wash-Methode).
Entscheidende Details für erfolgreiche Varroabekämpfung
Der Erfolg hängt nicht nur von der richtigen Wahl der Methode, sondern auch von vielen Feinheiten ab. Vernachlässigte Details bedeuten häufig den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg.
Methoden der Varroa-Bekämpfung – Wichtige Parameter im Überblick:
Methode | Anwendungszeit | Dosierung | Optimale Temperatur | Brut und Honig im Stock | Behandlungsort im Stock | Hauptrisiken |
|---|---|---|---|---|---|---|
Fumigation/Aerosol | 1. Okt. – 15. Apr. | 2–3 Tropfen / 30 Sek. (Acetonlösung), 120 Sek. (Wasserlösung) | über 10 °C / -5 bis 10 °C | keine Brut, kein Honig zur Ernte | Letzter Wabengang/Flugloch | Einatmung d. Aerosols, Brandgefahr |
Ameisensäure-Verdunstung (60% oder 85%) | Sommer, Spätsommer | Je nach Verdunster | 25–30 °C | Brut vorhanden, keine Trachtzeit | Über Brutzarge | Vergiftungsgefahr f. Bienen/Königin, Säureätzungen |
Oxalsäureträufelung (4,2%) | Sommer, Herbst, Winter | 25ml/Zarge (Sommer), 25ml/Volk (Winter) | über 10 °C | keine Brut, Honig kann bleiben | Zwischen Wabengassen | Langfristige Vergiftung bei häufiger Anwendung |
Gabonstreifen (synthetische Akarizide) | Sommer/Spätsommer | 2 Streifen/Volk | Nicht entscheidend | Mit Brut, kein Erntehonig | Zwischen Brutwaben | Resistenzentwicklung, Rotation Wirkstoffe nötig |
Hinweis: Jede Methode verlangt strenge Sicherheitsvorschriften.
Kontrolle und Bedeutung für die Folgejahre
Überprüfen Sie die Varroa-Behandlung mittels einfacher Nachkontrollen genau. Verlassen Sie sich nicht auf Zufälle oder Vermutungen.
Professionelle Bienenhaltung erfordert Erfahrungsaustausch und Fortbildung. Völkerverluste sind vermeidbar durch oberste Priorität auf Gesundheit der Bienenvölker.


























































































































































